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Geniale Historie

Jede Limmattaler Gemeinde hat ihre besondere Geschichte. Diese Vielfalt macht das Limmattal reich.

 

Dietikon
Schon in der Bronzezeit (2000-800 v. Chr.) war Dietikon die am dichtesten besiedelte Gegend im Limmattal. Befand sich Dietikon doch an einer günstigen Verkehrslage, wo Händler und Krieger aus dem Reuss- ins Limmattal zogen und ihren Weg durch die Furt zu Dietikon Richtung Norden fortsetzen. Daran änderte sich in der Eisenzeit (800-58 v. Chr.) wenig, ehe nach der Niederlage der Helvetier (58 v. Chr.) die Römer das Limmattal besetzten und Dietikon eine geschlossene Römersiedlung bildete. Es waren dann die Alemannen, welche die Römer verdrängten. So ist der Name von Dietikon auf die alemannische Sippe des „Dieto“zurückzuführen, die in Dietikon einen Hof, den „Dieting-Hovun“ besiedelte (350-900 n. Chr.). Zur Zeit des Rittertums herrschten einzelne Geschlechter, die sich ursprünglich zum Schutze der Limmattaler Bevölkerung an den wichtigen Verkehrswegen niederliessen. Diese Herrschaft wurde in der Folge von einer fünf Jahrhundert dauernden Klosterherrschaft abgelöst. 1259 verkaufte Graf Rudolf von Habsburg seinen Besitz in Dietikon an das Kloster Wettingen. Dieses gab Dietikon auch das Wappen. Das Gasthaus Krone in Dietikon war ein Bau des Klosters Wettingen (1703).
Zur Zeit der Französischen Revolution wurde Dietikon zum Brennpunkt der kriegerischen Ereignisse zwischen den Franzosen und den Russen. So erzwang der französische General Massena am 25. September 1799 den Übergang seiner Armee über die Limmat, weshalb der Name Dietikon am „Arc de Triomphe“ in Paris eingemeisselt ist. Als direkte Folge der Ereignisse gab Napoleon in der Mediationsakte von 1803 der Schweiz ein anderes, diese noch heute prägendes, Gesicht.
Aufgrund der günstigen Verkehrslage und der Wasserkraft seiner beiden Flüsse begann in Dietikon schon früh die Industrialisierung, welche allerdings durch die beiden Weltkriege und die Wirtschaftskrise der 1930er Jahre empfindlich gebremst wurde. In der Nachkriegszeit setzte jedoch wieder eine unglaubliche Entwicklung ein: Neue Industrien siedelten sich an, Gewerbe und Handwerk konnten sich vergrössern und viele Wohnbauten entstanden. 1970 beschlossen die Bürgerinnen und Bürger, Dietikon als Stadt zu bezeichnen und seit 1989 ist Dietikon Hauptort des neu geschaffenen Bezirks.
Aesch
Seine erste urkundliche Erwähnung findet Aesch im 12. Jahrhundert: Am 18. Dezember 1124 bestätigte Kaiser Heinrich V. in einer Urkunde die 1120 erfolgte Schenkung des Edlen Konrad von Sellenbüren an das Kloster Engelberg, wobei zu dieser Stiftung unter anderem die Siedlung „Asche“ gehörte. Bis 1462 unterstand Aesch dann der hohen Gerichtsbarkeit des habsburgischen Freiamtes.
Darauf folgend war Aesch bis 1798 dem stadtzürcherischen Reichsvogt unterstellt und gehörte anschliessend während der Helvetik (1798-1803) zum Distrikt Mettmenstetten. Es war auch zu dieser Zeit als Aesch im Koalitionskrieg, bei der Beschiessung von Zürich, von General Andermatt ernsthaft bedroht wurde.
Birmensdorf
Erste Erwähnung findet Birmensdorf in einer in lateinischer Schrift geschriebenen Urkunde aus dem Jahre 876, die besagt, dass ein Hof zu „Piripoumesdorf“ dem Kloster St. Felix und Regula in Zürich (der späteren Fraumünsterkirche) übergeben worden sei. Worauf erst im 15. und 16. Jahrhundert  Zürich die Vogteirechte durch Kauf an sich brachte und daraus eine zürcherische Obervogtei bildete, die von der Stadt aus regiert wurde.
Anschliessend galt Birmensdorf bis vor drei Jahrzehnten als stilles und von der baulichen Entwicklung berührtes Dorf. Obwohl die Nähe der Stadt die Bautätigkeit förderte, liess die geographische Lage, Birmensdorf ist eingebettet in einen Talkessel mit waldbepflanzten Anhöhen, keinen Raum für Grossüberbauungen. Dennoch stieg die Zahl der Einwohner von 2300 im Jahr 1962 auf über 5500 im Jahr 2007.
Geroldswil
Im heutigen Leben von Geroldswil deutet nichts mehr auf die Wappensymbole „Fischergeere“ und „Fackel“ hin. Doch dienten diese Gerätschaften den früheren Einwohnern zum Lachsfang in der Limmat. Bereits in dieser Zeit bestand eine enge Bindung zwischen Geroldswil und der Stadt Zürich. Dementsprechend hatte die Gemeinde 1442 nur eine Kollektivsteuer von 50 Pfund zu leisten, wollte sich doch die Stadt in den damals herrschenden Kriegszeiten die Gunst der Landbevölkerung bewahren.
In erstaunlicher Weise machte Geroldswil im Jahre 1920 Schlagzeilen: An einer Bürgergemeindeversammlung wurden 61 Juden aus der Stadt Zürich als Neubürger aufgenommen, obwohl Geroldswil damals lediglich 43 Bürger zählte. Als stadtnahe Gemeinde ging die Entwicklung Geroldswils von da an kontinuierlich weiter.
Oberengstringen
Schon im frühen Mittelalter (870) wurde in einer Schenkungsurkunde der Name Enstelingen erstmals genannt. Denn getrennt in Ober- und Unterengstringen wurde die Gemeinde erst im Hochmittelalter. Nach der 1831 erfolgten Gründung der Sekundarschule im Kanton Zürich war Oberengstringen bis 1871 erster Schulort auf dem rechten Limmatufer. Die liberale Epoche im 19. Jahrhundert brachte der Gemeinde die erste Industrie; längs des alten Limmatkanals entstand die Bebiésche Baumwollfabrik. Trotzdem behielt Oberengstringen bis ins 20. Jahrhundert einen ländlichen Charakter, welcher dann aber einer umso stürmerischen Entwicklung weichen musste. 1929 stimmten die Oberengstringer der Zürcher Eingemeindungsinitiative zu. Da die gesamte kantonalzürcherische Stimmbevölkerung jedoch ablehnte, kam es nicht zur Eingemeinung in Zürich.
Oetwil an der Limmat
Die erste urkundliche Erwähnung von Oetwil a.d.L. reicht in das Jahr 850 zurück. Der Name „Odinwile“ weist auf eine alemannische Siedlung hin: Weiler des Odo. Tatsächlich finden sich in Oetwil nur geringe Spuren römischer Siedlungen und alle Flurnamen reichen in die Alemannenzeit zurück. Bis um die Mitte des 20. Jahrhunderts wurde in Oetwil a.d.L. mehrheitlich Rebbau betrieben, dann wurde dieser aber grösstenteils durch Ackerbau und Milchwirtschaft abgelöst. Trotz der starken Zunahme der Bevölkerung aus den umliegenden Städten ist Oetwil a.d.L. ein ländliches Dorf geblieben. Dies nicht zuletzt aufgrund des aktiven Heimatschutzes der Gemeinde selbst.
Schlieren
Die erste schriftliche Erwähnung Schlierens findet sich in einer Urkunde, mit der Nandheri, ein Gutsbesitzer aus Würenlingen, seine Habe dem Kloster St. Gallen verschreibt. Am 1. Juni 828 in lateinischer Sprache in „Sleiron“ abgefasst, liegt diese heute im Stiftsarchiv St. Gallen. Sleiron stammt vom althochdeutschen „slier“ (Lehm, Schlamm) und bezieht sich auf die Anschwemmungen der Limmat. Die ersten Bewohner mögen sich vor rund 4000 Jahren niedergelassen haben. So ist die Besiedlung durch die Helvetier während der Eisenzeit durch ein Grab belegt. Ebenso deuten verschiedene Spuren auf die Römer. Zu Beginn des 5. Jahrhunderts wurde Schlieren indes von den Alemannen besiedelt und blieb bis um die Mitte des 19. Jahrhunderts ein kleines Bauerndorf. 1929 stimmten die Schlieremer der Zürcher Eingemeindungsinitiative zu. Da sie vom Kantonsvolk aber abelehnt wurde kam es nicht zur Eingemeindung in Zürich.
Die Eröffnung der Spanisch-Brötli-Bahn am 9. August 1847 leitete die Entwicklung zur Industriegemeinde ein. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich diese Entwicklung in recht stürmischer Art und Weise fort und lässt sich heute  dadurch beziffern als in Schlieren ansässige Betriebe über 11'000 Leute beschäftigen.
Uitikon
Uitikon setzt sich aus den Teilen Ringlikon, Waldegg und Uitikon zusammen, wobei die Gemeindeversammlung am 30. März 1951 beschlossen hatte den Gemeindename Uitikon, ein sprachliches Kuriosum, unverändert weiterzuführen. Dabei ist Uitikon die erste Gemeinde mit einem nachreformatorischen Kirchenbau, weil sich der Gerichtsherr Hans Jakob Steiner 1625 den Wunsch seines Bruders erfüllte. Die Einwohner waren davon nicht sonderlich begeistert, mussten sie  dafür doch Frondienst leisten. Doch eine Strafpredigt des Gerichtsherrn hatte zur Folge, dass schon sechs Wochen später die Kirche unter Dach und Fach war. Heute ist der Dorfkern von Uitikon von regional schützenswerter Bedeutung und eine 1979 erlassene Teilbauordnung für Uitikon und Ringlikon wird dafür sorgen, dass Schützenswertes erhalten bleibt.
Unterengstringen
Urkundlich wird Unterengstringen erstmals 870 erwähnt. Landeloh, ein begüterter Grossgrundbesitzer, stiftete den grössten Teil seiner Güter – darunter auch „Engsteligon“ – nördlich der Limmat dem Kloster St. Gallen. 1268 wurde das Städtchen aber, wegen der ständigen Überfälle auf Handelsschiffe, durch eine List der Zürcher überfallen und niedergebrannt. Am 25. September 1799 übersetzten die Franzosentruppen unter General Massena, in der Schlacht um Zürich, in Unterengstringen.
Unterengstringen, ursprünglich ein kleines Bauerndorf, in dem bis 1957 auch Rebbau betrieben wurde, entwickelte sich in den letzten Jahren zusehends zur Vorortsgemeinde der Stadt Zürich.
Urdorf
Vor über 20'000 Jahren hat ein Arm des Reussgletschers das Urdorfer Tal aus dem Molassesandstein herausgehobelt. Bronzefunde, vor allem aber die Überreste des Römerhauses „im Heidenkeller“ aus dem 1.-3. Jahrhundert zeugen von früher Besiedlung des Gebietes. Der Ortsname erscheint indes erst 1124 auf einer lateinischen Urkunde betreffend der Gründung des Klosters Engelberg. Über die Bedeutung des Namens gehen die Meinungen bis heute auseinander. Er könnte von einem Siedler namens Uro stammen. Es ist aber auch denkbar, dass die einwandernden Alemannen hier ein Helvetierdorf vorfanden und es Urdorf nannten.
Im Mittelalter regierten verschiedene Grundbesitzer und Gerichtsherren über das Urdorfer Gebiet. Ihren grossen Aufschwung begann die Gemeinde aber erst seit 1948 zu erleben, als die ersten Wohnblöcke gebaut wurden.
Weiningen

Am 8. Februar 870 stiftete Landeloh, ein im Regensdorfer- und Weiningertal (so die Urkunde) begüterter Grossgrundbesitzer, den grössten Teil seiner Güter nördlich der Limmat, unter anderem auch in „Winigon“, an das Kloster St. Gallen. Winigon ist alemannischen Ursprungs und deutet darauf hin, dass hier die Sippschaft des Wino oder Wini wohnte. Lange Zeit war Weiningen Mittelpunkt einer einflussreichen Gerichtsherrschaft, welche 1435-1798 durch die Zürcher Familie Meyer von Knonau verwaltet wurde.
Mit der beginnenden Industrialisierung im Limmattal verlor Weiningen jedoch seine dominierende Stellung und blieb bis nach dem Zweiten Weltkrieg ein stilles Bauerndorf. 1941 wurden die nicht dem Rebbau dienenden Hanggebiete, in denen wegen ihrer topographischen Gegebenheiten nur der Bau von Einfamilienhäusern möglich war, in Wohnzonen aufgenommen. Das Quartier Fahrweid hat sich durch den Bau von Mehrfamilienhäusern zu einer grösseren Siedlung entwickelt, die heute knapp die Hälfte aller Einwohner der Gemeinde beherbergt. Während sich die Bestrebungen der Gemeinde in der Fahrweid mehr auf das moderne Zusammenleben ausrichten, steht im alten Dorfteil die Erhaltung der Landwirtschaft und der prächtigen Bauten an vorderster Stelle. Dieser alten und erhaltenswerten Bausubstanz hat es das Dorf zu verdanken dass es 1978 im Gesamtplan des Kantons Zürich als schutzwürdiges Ortsbild aufgenommen wurde.

Quelle: GEHRI, Emil (1990): Die Gemeinden im Kanton Zürich. Zürich: Orell Füssli Graphische Betriebe AG.